Aktuelles aus dem R-ITT:


August 2021

Statement des R-ITT zur Situation in Afghanistan

Die Lage in Afghanistan berührt uns als Theatertherapeut*innen und Forschende in mehrerer Hinsicht: Zu allererst als Therapeut*innen, die in psychosozialen wie auch klinischen Feldern zunehmend mit schwer traumatisierten Flüchtlingen aus Krisengebieten wie Afghanistan zu tun bekommen. Des Weiteren auch darin, dass in der gezielten Verfolgung und Ermordung von Kulturschaffenden sich erneut zeigt, wie die Wirkung künstlerischer Formen von diktatorischen Regimes, wie es die Taliban sind, als bedrohlich für ihr repressives System gesehen wird. Unsere künstlerische Therapieform basiert in hohem Maße auf Theaterformen, die sich gegen soziale Ungerechtigkeit, Diskriminierung, Rassismus und Repressionen zur Wehr setzen. Wir möchten daher einladen, sich mit unseren künstlerischen Kolleg*innen aus und in Afghanistan zu solidarisieren. 

In diesem Kontext teilen wir auch in der Anlage den Aufruf der afghanischen Filmemacherin Sahraa Karimi, den sie vier Tage vor der Eroberung Kabuls aufsetzte.

Sahraa Karimi war die erste Frau, die die Leitung des staatlichen Afghan Film Instituts in 2019 übernahm. Sie konnte im letzten Moment mit ihrer Familie vom Kabuler Flughafen in die Ukraine flüchten. Mehr dazu hier: Regisseurin Sahraa Karimi über ihre Flucht aus Kabul  und hier: Hilferuf: „Die Taliban werden die Kunst verbieten“

Am 5. Dezember wird Sahraa Karimi zudem bei einem Filmprogramm von LaDOC Köln im Neuen Kölner Filmhaus vor Ort sein. Diese Veranstaltung wurde von Anke (Schäfer) in ihrer Eigenschaft als LaDOC-Filmnetzwerk Mitglied initiiert. Mehr Info wird bald hier zu finden sein: www.LaDOC.de

 


Juli 2021

Kurzbericht vom ersten R-ITT Advisory Board Meeting

Am 24. Juli traf sich zum ersten Mal das Advisory Board mit der R-ITT Leitung online. 
Folgende Empfehlungen gaben dabei die Board-Mitglieder Nisha Sajnani, Susana Pendzik und Anna Seymour:

Empfehlungen, wie Forschung anzugehen:

  • Macht die Stimmen von Praktiker*innen wie auch die Klient*innen über die Forschung hörbar, sichtbar: Gebt ihnen eine Stimme! 
  • Nutzt kreative Methoden um Praktiker*innen bei der Forschung in ihrem Werkplatz zu unterstützen! 
  • Ermutigung zu Performance Space Forschung
  • Forschung über Fragen formulieren wie: „What do you need to know?“, „What are you curious about?”, “What more do you need to know?”, “What should that research be for?”
  • Forschung basieren auf “How-ness”, “How are we doing it”/ „Wie tuen wir etwas“
  • Berücksichtigen von Machtverhältnissen und soziokulturellen Fragen!
  • Danach schauen, was eigentlich gerade im aktuellen Theater passiert: auf der Straße, in kleinen wie in großen Theatern: „What is ALIVE in culture? What is theatre doing? Bridging to our field.“

Weitere Empfehlungen zur Gründung der Forschungskreise:

  • „root it in practitioners’ curiosity“/ verankere diese in der Neugierde der Praktiker
  • sich dabei auf z.B. 3 verschiedene Herangehensweisen konzentrieren, um diese Neugierde zu konkretisieren
  • bei den Forschungsgruppen, Chance kreisen stets eine Person dabei haben, die sich besonders gut auskennt in der jeweiligen spezifischen Herangehensweise (z.B. im klinischen Setting, wenn es darum geht.
  • Gründung einer Inkubations-Gruppe um Forschungsthemen zu sammeln und vorzustellen
  • bei allen Forschungskreisen sich auf das konzentrieren, was die Teilnehmerinnen an Potenzial und Kenntnissen mitbringen

Literaturempfehlungen:

 

Wir bedanken uns bei unserem Advisory Board Nisha, Anna, Susana und Ingrid herzlichst für ihre wertvolle Unterstützung und ihre Begeisterung für unsere Schritte eine kritische Theatertherapie-Forschung zu fördern! Es war eine tolle Energie im Raum und das nächste Advisory Board Treffen ist für Dezember geplant.