Wege aus der Erstarrung des Lebens und zur Lebendigkeit II – Theatertherapeutische Trauma-Integration und -Exposition

Diese Fortbildung ist der 4. von 7 Teilen der Fortbildungsreihe 2020 – 2022: 
„Arbeit mit Trauma in der Theatertherapie“ für Theater- und andere Therapeuten

Inhalt dieses Wochenendes:
Ritual und Theater waren seit Menschgedenken dazu da, für Einzelne und für Gemeinschaften ein Leben mit traumatischen Erfahrungen zu gestalten. Die theatertherapeutische Vorgehensweise zeichnet sich dadurch aus, dass sie eine kreative und lebendige Verbindung zwischen den ursprünglichen Heilfunktionen von Ritual und Theater mit Erkenntnissen der modernen Psycho- und Sozialtherapien in praktischer Anwendung vermittelt. Rituelle Strukturen zum (Wieder-)Erleben der Zugehörigkeit zu einer sozialen Gemeinschaft finden hier ebenso Anwendung wie mythische Bilder zur Einordnung des traumatischen Geschehens in die persönliche Lebensrealität und -geschichte. Die so vermittelten Zugänge zu Ressourcen und Selbstheilungskräften ermöglichen es, auch ohne eine Traumakonfrontation im engeren Sinne, eine traumatische Erfahrung zu bewältigen und eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität zu erreichen.

In manchen Situationen ist allerdings eine sogenannte Traumaexposition sinnvoll bzw. unvermeidlich. Ziel der Traumaexposition ist es, die im Körpergedächtnis versprengt abgelegten Erinnerungsstücke zu verbinden und es dem Gehirn so zu ermöglichen, diese als zusammengehörige Informationen in einem ‚alten Film‘ abzuspeichern und als Vergangenheit einzuordnen. Die vorhergehende Erfahrung von Sicherheit und Selbstwirksamkeit bildet neben einer vertrauensvollen therapeutischen Beziehung und dem Erlernen von Distanzierungstechniken die Grundlage für diese Konfrontation mit dem traumatischen Erleben, ebenso die Möglichkeit des Ausdrucks bisher zurückgehaltener emotionaler Äußerungen (Schreien, Weinen, Treten, Schlagen, usw.). Oft hat das Fehlen dieser Möglichkeit, z. B. weil ein sexueller Missbrauch von der Familie ‚tot’geschwiegen wird, den traumatischen Schockzustand zu einer chronifizierten posttraumatischen Belastungsstörung werden lassen. Dann ist die körperliche und atmosphärische Möglichkeit für diesen Ausdruck hilfreich/notwendig, um das traumatische Geschehen in einen (neuen) Sinnzusammenhang zu bringen und negative Selbstzuschreibungen zu korrigieren.

!Dieses Wochenende vermittelt einen ersten Einblick in Indikationen und Möglichkeiten einer theatertherapeutischen Traumaexposition, deren Anwendung bedarf einer gesonderten Vertiefungsausbildung!

Bei Teilnahme an allen 6 Wochenenden (das 7. ist optional) wird diese Fortbildung mit einem Zertifikat bescheinigt. Eine therapeutische Ausbildung ist Voraussetzung für Teilnahme an dieser Aufbau-Fortbildung.

Falls Plätze frei sind, ist es auch möglich, nur an einzelnen Wochenenden teilzunehmen, Teilnehmer*innen an der Gesamtfortbildung haben bei der Belegung Vorrang.

Leitung:
Ingrid Lutz

Termin und Zeiten:
10. – 12. September 2021

Freitag: 18 – 22 Uhr
Samstag: 10 – 19 Uhr
Sonntag: 10 – 15 Uhr

Ort:
Berlin-Kreuzberg, Europäisches Theaterinstitut, Rungestr. 20

Kursgebühren:
260 € (ermäßigt 220 €)

Anmeldung
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