Schlüsselszenen zu „Suchterfahrungen – Grenzen übersteigen“2018-12-30T16:38:05+00:00
Theatertherapeutische Familien- und Systeminszenierungen:

Schlüsselszenen zu „Suchterfahrungen – Grenzen übersteigen“

Einzelseminar zu familiengeschichtlichen Themen und Konflikten im Kontext von Sucht und Abhängigkeit (ggf. auch Fallbearbeitungen)

Sucht entsteht in einem Spannungsfeld zwischen der schmerzhaften Wahrnehmung von Begrenzungen und Mangelerfahrungen und der Entdeckung von Möglichkeiten zur risikoreichen Überwindung derselben.

Kindliche Erfahrungen mit sich süchtig verhaltenden Eltern führen meist zur Herausbildung sehr komplexer innerer Wirklichkeitskonstruktionen, weil in diesen Erfahrungen zentrale Bausteine familiärer Sozialisation grundlegend „verschoben“ sind und weil es für Kinder in solchen Lebenskontexten um ein grundlegendes emotionales Überleben geht:

  • Eigenes Erleben und Eigenständigkeit werden als Loyalitätsbruch und Verrat abgewertet, während umfassende Loyalität als Wertschätzung und Liebe definiert ist
  • Der gesunde Schutz persönlicher Intimität wird zur Tabuisierung und Negierung von Verletzung und in der Folge auch zur Verleugnung einer eigenen Konfrontationskompetenz
  • Die kindliche Sehnsucht nach schützender Geborgenheit und liebevoller Zuwendung wird ersetzt durch die Übernahme von Schutz und  Verantwortung für die Eltern.

Solche Verschiebungen zentraler familiärer Sozialisationserfahrungen im Kontext von Sucht sind in hohem Maß persönlichkeitsprägend, aus der subtilen Wahrnehmung von Ungereimtheiten und Spannungen in der eigenen inneren Wirklichkeitskonstruktion entsteht nicht selten eine Weiterführung der Suchtthematik in neuer Form. Solange solche Menschen nicht wahrnehmen können, dass ihr Hunger nach gestaltender Macht eben mit der existentiellen Not solcher Kindheitserfahrungen verbunden ist, bleiben sie als Erwachsene selber in suchtförmigen Verhaltensmustern fixiert.

In der theatertherapeutischen Dekonstruktionsarbeit nutzen wir verschiedene Methoden der Systeminszenierung und der Aufstellungsarbeit, ergänzt durch körper- und achtsamkeitsaktivierende Methoden, um diese individuellen Alltagserfahrungen ins Spielen zu bringen. Im gemeinsamen Spiel können ausgeblendete Kräfte im System wahrgenommen und bislang ungenutzte Verhaltensoptionen und Entwicklungsperspektiven entdeckt werden, aber auch Erstarrungen einer Systemdynamik so erfahrbar werden, dass neue „Überlebensentscheidungen“ möglich werden können.

In der letzten Arbeitseinheit am Sonntag ist Raum für die während des Seminars aufgetauchten methodischen, aber auch grundlegenden therapeutischen Fragen der Teilnehmenden.

Bei Bedarf stehen wir nach dem Seminar zu stützenden und begleitenden weiteren Kontakten zur Verfügung.

Leitung:
Ingrid Lutz, Karl Lesehr

Termin und Zeiten:
1. – 3. November 2019   

Freitag: 18:30 – 22 Uhr
Samstag: 10 – ca. 19 Uhr
Sonntag: 10 – 16 Uhr

Ort:
Berlin-Kreuzberg

Kursgebühren:
260 € / 220 € ermäßigt

Anmeldung
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