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Berlin2018-10-06T11:59:22+00:00

Berufsbegleitende Weiterbildung in Theatertherapie
2019 – 2023 (Berlin VII)

Die Weiterbildung zur/zum TheatertherapeutIn in Berlin wird in Kooperation mit der Kath. Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB) durchgeführt und von der Hochschule zertifiziert.
Die Theatertherapie ist eine seit über 50 Jahren v.a. in den USA und England entwickelte künstlerische Therapieform. Sie stellt eine fruchtbare Verbindung zwischen den ursprünglichen Heilfunktionen des Theaters und den Verfahren moderner Psycho- und Sozialtherapien her. Als künstlerische Therapie legt sie ihren Fokus auf kreative Prozesse, bei dem Zugänge zu vorhandenen Ressourcen gesucht werden. Gegenwartsbezogene und handlungsorientierte Aspekte sowie die therapeutische Beziehung stehen im Vordergrund
Der Schwerpunkt der Weiterbildung am Standort Berlin liegt in körpertherapeutischen Verfahren und dem performativen Prozess in der Theatertherapie auf der Basis eines systemischen Grundverständnisses.

ZIELGRUPPE
Diese berufsbegleitende Weiterbildung richtet sich an Menschen, die in heilenden, künstlerischen, pädagogischen Berufsfeldern oder in der Organisations- und Personalentwicklung tätig sind und die vielfältigen Ressourcen des Mediums Theater in ihren Arbeitsbereichen therapeutisch anwenden wollen, z. B. Ärzte/Ärztinnen, Therapeut(inn)en, Sozialpädagog(inn)en, Schauspieler(innen), Alten-/Gesundheitspflegerinnen, im Management Tätige u. a.

ARBEITSFELDER
Theatertherapie kann in klinischen und psychosozialen Feldern als Einzel-, Paar- und Gruppentherapie angewandt werden.
Theatertherapeut-Innen arbeiten z.B. in

  • psychiatrischen/psychosomatischen/psychotherapeutischen Kliniken und Einrichtungen
  • Suchteinrichtungen
  • ambulanten und stationären Einrichtungen der Jugendhilfe
  • in Projekten und Einrichtungen für Geflüchtete, Migranten, Traumatisierten u.a.
  • Schulprojekten und Brennpunktschulen
  • Justizvollzugsanstalten und Bewährungshilfe
  • Frauenhäusern
  • Beratungsstellen
  • Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe
  • Hospizen
  • den Bereichen Coaching, Teambildung, Organisations- und Managementberatung
  • in freier Praxis

 

TEILNAHMEVORAUSSETZUNG

  • Mindestalter 25 Jahre – abgeschlossene Berufsausbildung/Studium
  • Berufserfahrung
  • mind. 60 Stunden Eigentherapie (können/sollen z. T. während der Ausbildungszeit absolviert werden)
  • Teilnahme an einem der Zulassungsseminare

 

ZIELE DER WEITERBILDUNG
Die TeilnehmerInnen werden dazu befähigt, mit unterschiedlichen Zielgruppen in psycho- und soziotherapeutischen Arbeitsfeldern theatrale Medien als künstlerische Therapiemethode sowohl für Einzelne als auch für Gruppen einzusetzen. Dazu erwerben sie:

  • Elemente des künstlerischen Theater-»Handwerks«: Körper-, Atem-, Stimm-, Sprach- und Textarbeit, Schauspieltechniken, Szenen- und Rollengestaltung, Inszenierung/Regie
  • Grundlagen des psychotherapeutischen Handwerks: Entwicklungs- und Heilungsmodelle, Krankheitsbilder/Psychopathologie, Diagnostik, Interventionstechniken/Krisenintervention, Gruppendynamik, therapeutische Beziehung und Haltung
  • Theatertherapeutische Methoden und ihre Indikation: Analyse von Körper- und Symbolsprache, Rollendiagnostik, theatertherapeutische Prozessbegleitung und biographisch zentrierte Szenenarbeit, theatrale Intervention, Arbeit mit Ritualen und imaginativen Verfahren
  • Theatertherapeutische Ansätze zur Erprobung sowie Erschließung neuer Perspektiven im Zusammenspiel von individueller Autonomie und Systemstrukturen zur Förderung von Flexibilität und Anpassungsfähigkeit.

 

STRUKTUR DER WEITERBILDUNG

Die Theatertherapie ist eine hochwirksame Therapieform, die über körper- und imaginationsaktivierende Methoden direkten Zugang zu unbewussten und oft frühen vorsprachlichen Themen ermöglicht. Dieses Instrument bedarf –verantwortlich angewandt- einer sehr gründlichen Ausbildung und eines gut begleitenden Entwicklungsprozesses des/der angehenden Theatertherapeut*In, der auch die Auseinandersetzung mit existentiellen persönlichen und kollektiven Themen beinhaltet. Wir bieten unsere berufsbegleitende Weiterbildung als 4-jährige Ausbildung an und entsprechen damit der Vorgabe der BAG-KT, dem Zusammenschluss der Berufsverbände Künstlerischer Therapien in Deutschland. Die BAG-KT setzt sich für die Etablierung der Künstlerischen Therapie im deutschen Gesundheitswesen ein und hat dafür Richtlinien zu Qualitätssicherung erstellt, die für alle Künstlerischen Therapien – Kunst-, Musik, Tanz- und Theatertherapie – eine mind. 4-jährige Ausbildung mit einer Mindestzahl an Unterrichts- und Supervisionsstunden.

Unsere 4-jährige Weiterbildung umfasst deshalb 1.300 UE, bestehend aus:

  • 17 Modulen, zwei dieser Module sind die jährlich von der DGfT durchgeführten Sommerakademien, einem 4-tägigen internationalen Symposium zu aktuellen Theatertherapieansätzen in Theorie/Forschung und Praxis
  • selbstorganisierten regionalen Lern- und Intervisionsgruppen
  • einem Praktikum in einem künstlerischen oder therapeutischen Arbeitsfeld
  • einem Abschlusskolloquium nach dem dritten Jahr
  • einer begleiteten Anwendungsphase in einem selbstgewählten Praxisfeld im vierten Jahr (3 Supervisions-Wochenenden + Einzel-/Gruppensupervision)

 

INHALTE DER WEITERBILDUNG UND TERMINE

Zulassungsseminar
Das Zulassungsseminar bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, die Arbeitsweise der Theatertherapie kennenzulernen, um entscheiden zu können, ob diese Weiterbildung das Richtige für sie ist. Den Dozierenden dient das Zulassungswochenende dazu, die Teilnehmenden bei der Arbeit kennenzulernen, um Ihnen dann Rückmeldung geben zu können, ob wir unsrerseits eine Teilnahme an der Weiterbildung für sinnvoll erachten. Dazu ist vor allem die Klärung der Motivation wichtig und die Bereitschaft und Fähigkeit, sich auf therapeutische Prozesse und das Medium Theater einzulassen.

Termine: 22./23.06.2019 oder 06./07.07.2019 (Sa 10:00 – 18:00 Uhr, So 10:00 – 14:00 Uhr, danach ist bei Bedarf Zeit für Einzelgespräche)

Wenn die Teilnahme an den hier angegebenen Terminen nicht möglich ist, kann im Ausnahmefall ein Ersatztermin vereinbart werden.


Termine und Themen der Module:
Die Module beginnen jeweils am Mittwoch um 18 Uhr und enden am Sonntag um 14 Uhr.
Arbeitszeiten: Mi 18 – 21:30 Uhr, Do & Fr 10:00 – ca. 20 Uhr, Sa 10 – ca. 21 Uhr, So 10 – 14 Uhr

1. JAHR
Das erste Jahr der Weiterbildung dient der Eigenerfahrung von bewegungs- und theatertherapeutischen Methoden und der Erarbeitung der grundlegenden Theorieansätze (Grundkonzepte der Psychotherapie, Bindungs-/Entwicklungstheorien, systemische und körpertherapeutische Ansätze, Theatertheorien und -formen in ihrer Relevanz für therapeutische Prozesse)

Modul 1   13. – 17.11.2019
„Die Welt ist eine Bühne“ – Theater als Kartographie des inneren Raumes – Die Bühne als therapeutischen Raum etablieren und erfahrbar werden lassen

Modul 2   29.01. – 02.02.2020
Der Körper als Ausdrucks- und Prozessmedium in der Theatertherapie

Modul 3   25. – 29.03.2020
Bindungs- und Entwicklungsmodelle: Individuelle Entwicklung im Spannungsfeld von biografischem und evolutionären Körpergedächtnis / Bindung und Spiel als Basis menschlicher Entwicklung

Modul 4   01. – 05.07.2020
Grundlagen systemischer Ansätze:  Probleme und Symptome als kompetente Lösungsversuche in Familiendynamischen Zusammenhänge und Systeminszenierungen

Modul 5   14. – 18.10.2020 
Ordnung und Chaos – Ritual und Heilung: rituelle und transpersonale Ansätze in der Theatertherapie

2. JAHR
Das 2. Ausbildungsjahr ist der Vermittlung von Methoden der Anwendung der transformativen Kraft des Theaters zur Gestaltung und Steuerung von therapeutischen Prozessen gewidmet.

Modul 6   09. – 13.12.2020
Grundlagen und Gestaltung von Veränderungsprozessen 1: Künstlerische Gestaltung und Aufführungsentwicklung als therapeutischer Prozess  und das heilende Potential ästhetischer Prozesse

Modul 7  10. – 14.02.2021
Grundlagen und Gestaltung von Veränderungsprozessen 2: Steuerung und Gestaltung kollektiver Prozesse, Gruppendynamik

Modul 8   14. – 18.04. 2021
Theateranthropologie und die existentiellen menschlichen Fragen – Grundverständnis von Krankheit + Heilung, Spiel + ‚Ernst’, … – Paradoxon und Gegenparadoxon als systemische Erkenntnistheorie

Modul 9   Juni 2021 (der genaue Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben)
Int. Sommerakademie zu verschiedenen aktuellen Themen der Theatertherapie mit internationalen Fachdozenten

Modul 10   01. – 05.09.2021
Therapeutische Haltung und Identität des/der TheatertherapeutIn – Psycho-Somatik: der Zusammenhang und die Untrennbarkeit von Körper, Seele und Geist

3. JAHR
Die gelernten Methoden werden im dritten Jahr in ihrer konkreten Anwendung zur theatertherapeutischen Prozessgestaltung bei verschiedenen Krankheitsbildern erprobt und theoretisch weiter fundiert.

Modul 11   03. – 07.11.2021
Krankheitsbilder 1 (Depression, Angst-/Zwangsstörung) und theatertherapeutische Methoden

Modul 12   19. – 23.01.2022
Krankheitsbilder 2 (Trauma, Sucht) und theatertherapeutische Methoden

Modul 13   06. – 10.04.2022
Krankheitsbilder 3 (Persönlichkeitsstörungen: Borderline u.a.), theatertherapeutische Methoden zur Krisenintervention in Extremsituationen

Modul 14   Juni 2022 (der genaue Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben)
Int. Sommerakademie zu verschiedenen aktuellen Themen der Theatertherapie mit internationalen Fachdozenten

Modul 15   07. – 11.09.2022
Theatertherapeutische Methoden in der Einzeltherapie / Therapieplanung und Evaluation

Modul 16   23. – 27.11. 2022
Persönliches Profil und Berufsimplementierung als TheatertherapeutIn / Projektmanagement

4. JAHR
Das 4. Jahr der Ausbildung dient der Anwendung des Gelernten und der Einübung des beständigen Überprüfens des eigenen therapeutischen Handelns als ethische Grundhaltung eines/einer TherapeutIn

Modul 17   25. – 29.01.2023
Theatertherapeutisches Assessment & anwendungsorientierte Supervision

Abschlusskolloquium   22. – 26.03.2023
Beim Abschlusskolloquium zeigen die TeilnehmerInnen einen 20 – 30 minütigen Ausschnitt aus einem fiktiven theatertherapeutischen Prozess und begründen und reflektieren diesen in einem anschließenden Gespräch sowohl im Hinblick auf die therapeutische Prozessgestaltung und die persönliche Haltung als TheaterthertherapeutIn, als auch den theoretischen Hintergrund.

Anwendungsphase – Praxisprojektbegleitung
Die gelernten Methoden werden im vierten Jahr in einem selbstgewählten Praxisfeld mit begleitender Einzel-oder Kleingruppensupervision angewandt.

Die 3 Wochenenden in der Gesamtgruppe dienen der Supervision und Reflektion therapeutischen Handelns und der Vertiefung der Methodensicherheit und Identitätsbildung als Theatertherapeut-In:
WE 1   02./02.07.2023
WE 2   16./17.09.2023
WE 3   11./12.11.2023
Die Wochenenden beginnen am Samstag um 10 Uhr und enden am Sonntag um 15 Uhr.

 

ABSCHLUSS

Die Ausbildung wird abgeschlossen mit

  • einem Kolloquium nach dem 3. Jahr, bestehend aus einer praktischen Arbeitsdemonstration und einem anschließenden Gespräch
  • einer schriftlichen Dokumentation und Reflexion zum Praxisfeld nach dem 4. Jahr

Die TeilnehmerInnen erhalten ein Zertifikat von der Katholischen Hochschule für Sozialwesen, das den Abschluss als Künstlerischer Therapeut/Künstlerische Therapeutin/Theatertherapie bescheinigt und zur selbständigen Anwendung von Theatertherapie für Einzelne und in Gruppen berechtigt.

 

KOSTEN

  • 2.880 € Gebühr pro Jahr (ohne Supervision, Unterkunft und Verpflegung), zahlbar in Raten für drei (!)Ausbildungsjahre; die Kosten für die drei Wochenenden der Praxisfeldphase im vierten Jahr sind darin enthalten
  • 200 € Zulassungsseminar
  • 200 € Prüfungsgebühr
  • 200 € Betreuung der Abschlussdokumentation durch 2 Dozenten

 

VERANSTALTUNGSORT

Europäisches Theaterinstitut (ETI)
Rungestr. 20
10179 Berlin
(ausgenommen die zwei Sommerakademien, die an der Akademie der Kulturellen Bildung in Remscheid stattfinden)

 

GESAMTLEITUNG
Ingrid Lutz und Mona Rauscher


LEITUNGSTEAM
Daniela Debald
Betti Merschmeyer
Wilhelm Seidel
Bettina Stoltenhoff-Erdmann
Franca Casabonne
und ggf. Fachdozenten für spezifische Inhalte

 

INFORMATION UND ANMELDUNG
Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin
Referat Weiterbildung
Köpenicker Allee 39 – 57
10318 Berlin

Margit Wagner, Tel. 030 50101047
Email: margit.wagner@khsb-berlin.de
Link zum Anmeldeformular: www.khsb-berlin.de

Zu inhaltlichen Fragen:
Ingrid Lutz, lutz(at)theatertherapie.org
Mona Rauscher, monikarauscher(at)yahoo.co.uk