Beschreibungen der Vorträge und Forschungswerkstätten (Fachtag Samstag) 2018-02-23T18:57:42+00:00

Beschreibungen Vorträge, Arbeitsgruppen/Werkstätten am Fachtag (Samstag)

 

Die Vorträge

Vortrag 1:
Drama Therapy Research: Trends and Opportunities for Biographical Performance
Nisha Sajnani

This lecture will present the results of a systematic review of research pertaining to biographical performance in order to highlight trends and opportunities, implications for training and professional development, and ways of researching biographical performance in drama therapy.

Vortrag 2:
Schnittstellen zwischen evidenz- und künstlerisch-basierten Forschungszugängen in den Künstlerischen Therapien
Constanze Schulze

Künstlerische Therapien werden zwar zunehmend in den Behandlungsleitlinien berücksichtigt, doch ist eine aussagekräftige Befundlage zur Wirksamkeit ihrer Interventionen noch nicht ausreichend.. Aus forschungsmethodischer Perspektive ist es für die künstlerischen Therapie wichtig, neben dem bekannten evidenz-basierten Methodenspektrum (qualitativ und quantitativ) auch künstlerisch-basierte Forschungszugänge und deren Strategien zu berücksichtigen.
Welche Herausforderungen und innovativen Schnittstellen sich durch eine Zusammenführung von evidenz- und künstlerisch-basierten Forschungszugängen ergeben, aber auch welche Voraussetzungen dafür genauer zu beachten sind, soll im Rahmen dieses Vortrages anschaulich herausgestellt und diskutiert werden.

 

Die Arbeitsgruppen/Werkstätten

Arbeitsgruppe A:
Empirisch forschen in der Theatertherapie – Zugänge und Forschungsmethoden
Simone Klees

Am Beispiel der Grounded Theory Methodologie (Glaser und Strauss 2010) werden grundlegende Fragen zum Thema Forschung und Theoriebildung in der Theatertherapie vorgestellt und diskutiert.

Arbeitsgruppe B:
Using Drama Therapy Tools and Techniques to Structure Case-Study Research // Werkzeuge und Techniken der Theatertherapie zur Strukturierung von Fallstudien
Susana Pendzik

Im Feld der Therapie werden Fallstudien allgemein als unschätzbare Quelle von Wissen angesehen. Im Rahmen des psychiatrischen /psychotherapeutischen Gesundheitssystems mit multidisziplinärem Personal müssen Theatertherapeuten häufig ihre Fälle vorstellen.
Allerdings sind in der Regel in den Kliniken Strukturen dieses Diskurses klinischer Untersuchungen vorgegeben, die der Einzigartigkeit unseres Faches nicht gerecht werden. In der Theatertherapie kann eine „empirische Untersuchung“ auf vielfältige Arten und Weisen durchgeführt werden, und „die vielfältigen Beweisquellen“ können mit Methoden aus Künsten und Theater erforscht werden – eine Form, die unserer Identität besser entspricht.
In diesem Workshop werden die Teilnehmenden mit verschiedenen Verfahren vertraut gemacht, die zur Recherche, Entwicklung und Präsentation einer theatertherapeutischen Fallstudie genutzt werden können. Mit kreativen Mitteln und theaterbasierten Forschungswerkzeugen können die Fallstudien dekonstruiert und Daten kodifiziert werden. Es wäre schön, wenn Teilnehmende –soweit vorhanden- Arbeitsprotokolle von Klient*innen mitbringen.

Arbeitsgruppe C:
Über die Methodenvielfalt hinaus: Zum Anspruch von Mixed-Methods in den Künstlerischen Therapien am Beispiel aktueller Projekte
Constanze Schulze

Diese Forschungswerkstatt knüpft unmittelbar an den Forschungs-Vortrags vom Vormittag an und will anhand aktueller Projekte und deren Ergebnisse erste Schritte bezogen auf eine sinnvolle Entwicklung von Mixed-Methods-Designs in den Künstlerischen Therapien aufzeigen. Die erweiternden Möglichkeiten mehrperspektivischer Untersuchungen, aber auch der Anspruch an die Verwendung tatsächlicher Mixed-Methods sollen gemeinsam mit Blick auf eigene Projekte oder Projektvorhaben der Teilnehmenden des Workshops reflektiert und diskutiert werden.

Arbeitsgruppe D:
Theater und Forschung: „Eine Frage des Überlebens“
Anna Seymour

Diese Arbeitsgruppe wird auf Recherchen für Anna Seymours demnächst herauskommendes Buch Dramatherapy and Theatre (Routledge 2019) gegründet sein und sich damit beschäftigen, wie die Grundfragen des Theaters für die drängenden Themen unserer Zeit genutzt werden können.
Themen, Metaphern und Ästhetiken verändern sich im Theater und schaffen neue Antworten auf kulturelle und politische Krisen. Derzeit werden z.B. die Geschichten von antiken Protagonisten wie Antigone und Electra aufgegriffen und neu entdeckt. Oder wir sehen bei den Figuren von Gogo und Didi aus Becketts Warten auf Godot, wie es zu einer grundlegenden Frage des Überlebens wird, eine Metapher mit Leben zu füllen …
Wir werden diskutieren, wie sich der Einfluss klassischer Texte und Themen in der Arbeit zeitgenössischer Theatermacher fortsetzt und wie sie in die Praxis der Theatertherapie und der therapeutischen Beziehung einfließen kann.

Arbeitsgruppe E:
Ein Körper-Basierter Phänomenologischer Ansatz für Transpersonale Transkulturelle Forschung
Regina U. Hess

Körper-basierte Phänemenologie [Embodied Phenomenology] (Todres, 2007; Hess, 2012a) ist eine Forschungsmethode mit dem innovativen Fokus der Verbindung von unserem primordialen Körper und unserer Lebenswelt. Das zentrale Konzept ist das “körper-bezogene Verstehen” als einen Ort der untrennbaren Verbindung von Sein (Ontologie) und Wissen (Epistemologie), basierend auf Gendlin’s Konzept der körperlichen Empfindung [felt sense] und Heidegger’s Verschränkung von Phänomenologie, Sprache und Poesie.
Regina’s Doktorarbeit “Das Leben von Frauen in dem U.S.-Mexikanischen Grenzland und ihre Erfahrungen mit dem Capacitar Programm zur Transformation von Trauma: Eine Körper-Basierter Phänomenologische Forschung”, untersuchte die Auswirkung des Capacitar Übungsprogrammes zur Heilung von indivudellem und kulturellen Trauma mit Frauen von beiden Seiten der U.S-Mexikanischen Grenze. Ein weiteres methodisches Ziel war die Integration von ästhetisch-künstlerischen-performativen Ansätzen in der sozialwissenschaftichen Forschung.
Ein körper-erfahrungs-orientierter Ansatz in der Forschung beinhaltet den gesamten Prozess von Datenerhebung, Datenanayse bis hinzu der Publikation von Ergebnissen. Zusätzlich zu standardiserter phänomenologischer Datenauswertung wurden ergänzende Methoden integriert, um auch nicht-lineares Wissen und Ausdrucksformen zu nutzen wie beispielsweise Poesie und Film, welche den Ausdruck verschiedener Schichten von körper-basiertem Verstehen unterstützen können und damit zu “lebenden Texten” werden zu können. Ein weiteres Ziel in der Verwendung von solch evokativen Ansätzen zur Verbreitung von wissenschaftlichem Wissen ist, eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen, um eine soziale Auswirkung anzustossen. Die Präsentation wird bi-lingual Deutsch/Englisch sein.