Dialogische Arbeit mit Flucht, Asyl und Widersprüchen anhand von Aischylos: “Die Schutzflehenden“ 2018-01-09T16:45:01+00:00

Dialogisches Arbeiten mit Flucht, Asyl und Widersprüchen anhand von Aischylos „Die Schutzflehenden“

Diese griechische Tragödie aus dem Jahr 460 vor unserer Zeitrechnung handelt von der Flucht vor Zwangsverheiratung und dem Flehen um Asyl von 50 Frauen. Die darin dargestellten Konflikte könnten aktueller nicht sein in Zeiten globaler Migrationsbewegungen, die kein Land, keinen Alltag, kein Berufsfeld unberührt lassen (werden). Wie gehen wir als Menschen und als TheatertherapeutInnen mit Flucht, Asyl, machtvollem Sexismus und rassistischer Ausgrenzung um? Wie positionieren wir uns in unserer beruflichen Praxis?

In spielerischer und reflexiver Annäherung an den Stoff dieser Tragödie machen wir uns auf die Suche nach hilfreichen menschlichen und therapeutischen Haltungen. Im Erleben und Verstehen der Rollen von vor zweieinhalbtausend Jahren begeben wir uns in vielschichtige Dialoge von äußeren und inneren Widersprüchen, in denen wir auch in unserem heutigen Alltag handeln.

“The aim of dialogical performance is to bring self and other together so that they can question, debate and challenge one another.” (Conquergood)*  

Ziel ist eine „Selbstverständigung“ (B. Brecht) unserer ethischen Dispositionen und praxiswirksamen Haltungen. Zu klären wäre unser Verständnis jener theatertherapeutischen „ästhetischen Distanzierung“, „der Vorstellung, dass es diesen einen Winkel gibt, an dem wir weder zu nah an Gefühlen und Geschehnissen dran sind, noch zu weit von ihnen entfernt, ein ausgeglichener Ort, an dem unsere Interventionen therapeutische Resonanz haben.“ (Susana Pendzik)

*„Das Ziel einer dialogischen Aufführung ist, das Selbst und das/den Andere(n) zusammenzubringen, sodass sie miteinander debattieren, sich gegenseitig hinterfragen und herausfordern können.“( Übersetzung JH, Conquergood 1985 p.9, zitiert nach Rowen 2005)

Literatur zur Vorbereitung:
Aeschylus, (1990). Die Schutzflehenden (übers. Oskar Werner), Deutscher Taschenbuchverlag GmbH und Co. KG, München
Pendzik, Susana (2017): „Die ‚Flüchtlinge’ als ein Archetyp in universellen Mythen und in der Literatur: Ein Dialog zwischen Texten und Realität“ (unveröffentlichtes Manuskript eines Vortrages auf der Sommerakademie 2017)
Rowen, N. (2005) Playing the other: The ethical limitations of playback performing. Centre for Playback Theatre (http://playbacktheatre.org/wp-content/uploads/2010/04/NickRowePlayingTheOther.pdf)

 

Leitung:
Henk Goebel
Jutta Heppekausen

Termine und Zeiten:
18. – 20. Mai 2018
Ort: Berlin

Kursgebühren:
250 € (ermäßigt 200 €)

Anmeldung:
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