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Freiburg 2018-01-09T21:48:00+00:00

Berufsbegleitende Weiterbildung in Theatertherapie 2018 – 2022

Die Weiterbildung zur Drama-/TheatertherapeutIn bieten wir in Freiburg in Kooperation mit der KH Freiburg an.

Detaillierte Beschreibung der Ziele, der Termine und der Grundstruktur der Weiterbildung

Die theatertherapeutische Ausbildung in Freiburg fokussiert auf Arbeitsmöglichkeiten

  • in der Unternehmensberatung und Personal-/ Organisationsentwicklung sowie der Schulung von Fach- und Führungskräften
  • in sozialen Einrichtungen wie Brennpunktschulen bzw. Schulprojekten, in der Jugendhilfe, Justizvollzugsanstalten, in betreuten Einrichtungen für alte und demente Menschen sowie Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen,
  • in psychosomatischen Kliniken und in freier Praxis

Die TeilnehmerInnen werden dazu befähigt, mit unterschiedlichen Zielgruppen in psycho- und soziotherapeutischen Arbeitsfeldern theatrale Medien als künstlerische Therapiemethode sowohl für Einzelne als auch für Gruppen einzusetzen. Dazu erwerben sie:

  1. für diese Zielsetzungen anwendbare Elemente des künstlerischen Theater-»Handwerks«: Körperarbeit, Atem-, Stimm-, Sprach- und Textarbeit, Schauspieltechniken, Szenen- und Rollengestaltung, Inszenierung/Regie
  2. Grundlagen des therapeutischen Handwerks: Diagnostik, Interventionstechniken/Krisenintervention, Gruppendynamik, therapeutische Beziehung und Haltung
  3. Theatertherapeutische Methoden und ihre Indikation: Analyse von Körper- und Symbolsprache, Rollendiagnostik, theatertherapeutische Prozessbegleitung und biographisch zentrierte Szenenarbeit, theatrale Intervention, Arbeit mit Ritualen und imaginativen Verfahren
  4. Theatertherapeutische Ansätze zur Erprobung sowie Erschließung neuer Perspektiven im Zusammenspiel von individueller Autonomie und Systemstrukturen zur Förderung von Flexibilität und Anpassungsfähigkeit.

 

Zulassungsseminare

Das Zulassungsseminar bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, die Arbeitsweise der Theatertherapie kennenzulernen, um entscheiden zu können, ob diese Weiterbildung das Richtige für sie ist. Den Dozierenden dient das Zulassungswochenende dazu, die Teilnehmenden bei der Arbeit kennenzulernen, um Ihnen dann Rückmeldung geben zu können, ob wir unsrerseits eine Teilnahme an der Weiterbildung für sinnvoll erachten. Dazu ist vor allem die Klärung der Motivation wichtig und die Bereitschaft und Fähigkeit, sich auf therapeutische Prozesse und das Medium Theater einzulassen.

Termine:
03./04.03.2018 oder 28./29.04.2018
(Sa 10:00 – 19:00 Uhr, So 10:00 – 15:00 Uhr)

 

Beschreibung der Module

18. Module (2018 – 2020) + 3 Wochenenden in 2021

1. JAHR:
Das erste Jahr der Weiterbildung dient der Eigenerfahrung von bewegungs- und theatertherapeutischen Methoden und der vertieften Erarbeitung der grundlegenden Theorieansätze.

Modul 1 17.- 21.10. 2018
„Die Welt ist eine Bühne“ – Theater als Kartographie des inneren Raumes
Die Bühne als therapeutischen Raum etablieren und erfahrbar werden lassen:

  • Einstieg in die „dramatische Realität“ – Erarbeitung verschiedener Zugänge, um mit der Gruppe ins Spiel zu kommen.
  • Körper und Bewegung als „Instrumente“ des Theaters und Medium des therapeutischen Prozesses
  • Das Embodiment-Projection-Role – Konzept, ein theatertherapeutisches Entwicklungsmodell
  • Sehen und Gesehen Werden – Theatertherapie als Bühne des Narzissmus – Selbst-Erfahrung und theoretische Grundlagen
  • Arbeitsstrukturen bilden: Regionalgruppenbildung, Theorieerarbeitung: Referate, Hausaufgaben, Literaturliste

Modul 2 12. – 16.12.2018
Der Körper als Ausdrucks- und Prozessmedium in der Theatertherapie

  • Erfahrung, Sensibilisierung und Bewusstwerdung von Körperwahrnehmung und Körperwissen sowie grundlegenden Bewegungsprinzipien
  • Körper, Stimme und Atem als Ausdruck und Resonanzorgan von psychischen und sozialen Prozessen
  • der Körper als System und das evolutionäre Körpergedächtnis
  • Theoretische Grundlagen zur therapeutischen Arbeit mit dem Körper in der Theatertherapie
  • Theatertheorie: Körpertheater in den existenziellen Theateransätzen des 20.Jahrhunderts (Artaud, Brook, Grotowski, M.Tschechow u.a)

Modul 3 20. – 24.02.2019
Individuelle Entwicklung im Kontext systemischer Ansätze

  • Das biographische Gedächtnis
  • Entwicklungspsychologische Schlüsselkonzepte, Bindungstheorie, Psychodynamik
  • systemische Ansätze:
  • Probleme und Symptome als kompetente Lösungsversuche
  • Familiendynamische Zusammenhänge und Systeminszenierungen
  • Körper als System
  • Gruppendynamik und Systeme in Bewegung

Modul 4 24.04 – 28.04.19
Künstlerische Gestaltung und Aufführungsentwicklung als therapeutischer Prozess

  • Künstlerische Gestaltung als Basis für Interventionsmöglichkeiten
  • Das heilende Potential ästhetischer Prozesse
  • Der Aufführungsprozess als therapeutisches Instrument
  • Der/ Die TherapeutIn als RegisseurIn – der/die KlientIn als PerformerIn
  • Performancetheorien und Theateranthropologie

Modul 5 26.06. – 30.06.2017
Selbsterfahrung, persönlichen Wachstums sowie professionellen Rollenverständnisses

  • Darstellung, Ausdruck und Gestaltung innerpsychischer Themen und Erlebensweisen sowie deren Reflexion
  • Übungen zur Empathiefähigkeit, zur Selbstwahrnehmung und zur Gestaltung psychodynamischer Prozesse
  • Übungen zur Erfahrung von Möglichkeiten und Grenzen der eigenen Persönlichkeit im Bezug auf Beziehungsprozesse im sozialen Raum

 

2. JAHR:
Das 2. Ausbildungsjahr ist der Anwendung der transformativen Kraft des Theaters zur Gestaltung und Steuerung von therapeutischen Prozessen gewidmet.

Modul 6  18.- 22.09.2019
Grundlagen und Gestaltung von Veränderungsprozessen 1

  • Das persönliche und kollektive Unbewusste: Archetypen, Mythen und Märchen als theatertherapeutisches Instrument
  • Arbeit mit Symbol und Metapher, Symptombildung vs. Symbolbildung
  • Erfahrung des Zusammenhangs persönlicher, kollektiver und archetypischer Themen, Erweiterung individueller und kollektiver Erfahrungsräume und Bezugssysteme
  • Theorie zu Übertragung/Gegenübertragung und Wahrnehmen und Erkennen von Übertragungsphänomenen

 Modul 7 04.- 08.12.2019
Grundlagen und Gestaltung von Veränderungsprozessen 2

  • Dramatic & Somatic Resonance: Resonanzphänomene in der Therapie
  • affektive Einstimmung: Ebenen non-verbaler Kommunikation
  • Psychosomatik und Systeme in Bewegung II: Systeminszenierungen von Symptomen und „Krankheiten“
  • Grundfragen zu Krankheit und Heilung
  • Resilienzförderung als Grundlage theatertherapeutischen Arbeitens: das Basic Ph – Konzept der Theatertherapie

Modul 8  05.02.- 09.02.20
Steuerung und Gestaltung kollektiver Prozesse, Ritual und Heilung

  • Nutzung und Einsatz des Theaters zur Steuerung und Gestaltung kollektiver Veränderungsprozesse
  • Prozesse und Muster in Situationen des Übergangs: Chaos und Ordnung als Konstanten der Entwicklung
  • Ritualformen als Grundstruktur transformatorischer Prozesse und als künstlerisch verdichtete Handlung
  • Evolutionäres Gedächtnis II: Archetypisches & körperliches Wissen um Veränderungsnotwendigkeiten und Ritualstrukturen
  • Störungsspezifische Körper- und Rollenarbeit
  • Therapeutische Faktoren der Theatertherapie nach Phil Jones

Modul 9 01.- 05.4.2020
Therapeutische Haltung und Identität

  • Bilanzierung der eigenen theatertherapeutischen Identitätsfindung
  • Therapeutische Haltung im verbalen und nonverbalen Raum
  • Vertiefen nonverbaler Interventionsstrategien
  • Therapeutische Haltung und ihre Beziehung zur Übertragung- Gegenübertragung
  • Gesprächsführung in der Theatertherapie
  • Menschenbild und Heilungsmodelle
  • Transkulturelle Sichtweisen des Verständnisses von Heilung und Krankheit

Modul 10 Juni 2020
Sommerakademie 2020: Rituale und transpersonale Ansätze in der Theatertherapie

 

3. JAHR:
Die gelernten Methoden werden im dritten Jahr in ihrer konkreten Anwendung zur theatertherapeutischen Prozessgestaltung bei verschiedenen Krankheitsbildern erprobt und theoretisch fundiert.

Modul 11 07. – 11.10.2020
Krankheitsbilder 1 (Depression, Angst- und Zwangsstörung) und theatertherapeutische Methoden

  • Störungsspezifische Körper- und Rollenarbeit
  • Theorien zu den Krankheitsbildern und Eigenerfahrung in ihrer „Verkörperung“
  • Spielerische Zugänge zu Archetypen, Phantasiefiguren, Schattenrollen, literarischen Rollenvorlagen
  • Umgang mit Grundgefühlen und Themen wie Angst, Liebe, Macht, Hass, Neid, Schuld, Tod, Erlösung
  • Steuerung theatertherapeutischer Prozesse

Modul 12 02.12. – 06.12.2020
Krankheitsbilder 2 (Trauma, Sucht) und theatertherapeutische Methoden

  • Spezifische Ansätze der Theatertherapie zu Trauma und Sucht
  • Störungsspezifische Körper- und Rollenarbeit
  • Eigenerfahrung im „Verkörpern“ der Krankheitsbilder und theoretische Grundlagen
  • Aspekte des Körpererlebens und deren Störungen
  • Elementaraffekte und Katharsistheorien
  • Arbeit mit choreographischen und rituellen Formen
  • Salutogenese – ressourcenorientiertes Arbeiten in der Theatertherapie

Modul 13 24. – 28.02.2021
Krankheitsbilder 3 (Persönlichkeitsstörungen: Borderline u.a.) / Therapieplanung und Evaluation

  • Auftragsklärung
  • Theatertherapeutische Interventionsmöglichkeiten in Krisensituationen (Suizidalität/ Dissoziation/ Gewalt u.a.)
  • Einführung in Assessment- und Evaluationsverfahren für theatertherapeutische Praxis, sowie ihrer Dokumentation
  • Anwendung der „Six Keys of Assessment“ (Susana Pendzik) auf die theatertherapeutische Therapieplanung
  • Abschluss von therapeutischen Prozessen
  • Theatertherapeutische Theoriebildung und Forschung

Modul 14 21. – 25.04.2021
Theatertherapeutische Methoden in der Einzeltherapie

  • Verfahren wie Inszenierungen mit Requisiten
  • therapeutisches Spiel und Improvisationen
  • fiktive und biografische Rollenspiele
  • Körperarbeit und dem Modifizieren von gruppentherapeutischen Methoden auf die Einzelarbeit.
  • Übertragung und Gegenübertragung in der praktischen Arbeit in der Einzeltherapie, im Einzelcoaching und in der Einzelberatung

Modul 15 Juni 2021
Sommerakademie 2021: verschiedene Themen der Theatertherapie mit internationalen Fachdozenten

Modul 16 15.-19.09.2021
Persönliches Profil und Berufsimplementierung als TheatertherapeutIn / Projektmanagement

  • Klärung individueller beruflicher Ziele und Entwicklungspotentiale anhand der Metapher des Lebensbaums
  • Arbeit an den individuellen (Miss-) Erfolgsmustern, das (Neu-) Entdecken persönlicher Potentiale und Stärken
  • Wahrnehmung eigener innerer Lern- und Wachstumsbilder als Basis individueller beruflicher Weiterentwicklung
  • Konkretisierung der persönlichen theatertherapeutischen Zukunft
  • Prozess- versus produktorientiertes Projektmanagement in der Theatertherapie

Modul 17  10.-14. 11.2021
Anwendungsorientierte Supervision & Assessment

  • Supervisorische Arbeit an individueller Haltung und Beziehungsgestaltung
  • Differenzierung von Auftrag der KlientInnen versus Auftrag möglicher Institutionen
  • Arbeit an individuellen und institutionellen Grenzen
  • Die Therapeutenrolle in der prakt. Anwendung und Reflexion therapeut. Handelns

Abschlusskolloquium 18 8.-12.12.2021
Beim Abschlusskolloquium zeigen die TeilnehmerInnen einen 20 – 30 minütigen Ausschnitt aus der theatertherapeutischen Arbeit in ihrem Praxisfeld und begründen und reflektieren diesen in einem anschließenden Gespräch sowohl im Hinblick auf die therapeutische Prozessgestaltung als auch den theoretischen Hintergrund.

 

4. JAHR:
Die gelernten Methoden werden im vierten Jahr im Praxisfeld in einer begleiteten Anwendungsphase (3 Wochenenden) absolviert

WE 1 12.02.-13.02.2022
WE 2 18.06.-19.02.22
WE 3 08.10. -09.10.22

 

Information und Anmeldung zu den Zulassungsmodulen

IAF – Institut für Angewandte Forschung, Entwicklung und Weiterbildung
Karlstraße 63, 79104 Freiburg
Telefon: 0761 200-1451
FAX: 0761 200-1496
E-Mail: Elisabeth.Schaetzle@kh-freiburg.de

Zu inhaltlichen Fragen:
Wilhelm Seidel, Tel. 07141 125 560, Mobil: 0173 9220234
E-Mail: wilhelm.seidel@dgft.de

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