Freiburg 2017-03-27T11:59:10+00:00

Berufsbegleitende Weiterbildung in Theatertherapie 2015 – 2018

Die derzeit laufende Weiterbildung hat 2015 begonnen. Ein neuer Durchlauf ist für 2018 geplant.

 

Informations-Flyer zur Aus-/Weiterbildung in Freiburg

Die Weiterbildung zur Drama-/TheatertherapeutIn bieten wir in Freiburg in Kooperation mit der KH Freiburg an.
Informationsflyer Weiterbildung Freiburg 2015 – 2018 (pdf, 182kB)

Die theatertherapeutische Ausbildung in Freiburg fokussiert auf Arbeitsmöglichkeiten
• in der Unternehmensberatung und Personal-/ Organisationsentwicklung sowie der Schulung von Fach- und Führungskräften
• in sozialen Einrichtungen wie Brennpunktschulen bzw. Schulprojekten, in der Jugendhilfe, Justizvollzugsanstalten, in betreuten Einrichtungen für alte und demente Menschen sowie Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen,
• in psychosomatischen Kliniken und in freier Praxis
Die TeilnehmerInnen werden dazu befähigt, mit unterschiedlichen Zielgruppen in psycho- und soziotherapeutischen Arbeitsfeldern theatrale Medien als künstlerische Therapiemethode sowohl für Einzelne als auch für Gruppen einzusetzen. Dazu erwerben sie:
1. für diese Zielsetzungen anwendbare Elemente des künstlerischen Theater-»Handwerks«: Körperarbeit, Atem-, Stimm-, Sprach- und Textarbeit, Schauspieltechniken, Szenen- und Rollengestaltung, Inszenierung/Regie
2. Grundlagen des therapeutischen Handwerks: Diagnostik, Interventionstechniken/Krisenintervention, Gruppendynamik, therapeutische Beziehung und Haltung
3. Theatertherapeutische Methoden und ihre Indikation: Analyse von Körper- und Symbolsprache, Rollendiagnostik, theatertherapeutische Prozessbegleitung und biographisch zentrierte Szenenarbeit, theatrale Intervention, Arbeit mit Ritualen und imaginativen Verfahren
4. Theatertherapeutische Ansätze zur Erprobung sowie Erschließung neuer Perspektiven im Zusammenspiel von individueller Autonomie und Systemstrukturen zur Förderung von Flexibilität und Anpassungsfähigkeit.

1. Jahr: Grundlagen, Zusammenhänge und Zusammen-Spiel
Das erste Jahr der Weiterbildung dient der Eigenerfahrung von theatertherapeutischen Methoden und der vertiefenden Erarbeitung der grundlegenden Theorieansätze

Modul 1, 30 09. – 04.10.2015
Die „Welt ist eine Bühne“
Das Leben in Systemen als therapeutischen Bühnen-Raum darstellbar und erfahrbar werden lassen:
– Einstiege in die „dramatische Realität“ – vom Einzelnen zur Gruppe und zu Systemen
– Theatertherapie als Erfahrungsraum, Einstiege und Ausstiege
– Körper, Bewegung und Stimme als Instrumente des Theaters und Medien des therapeutischen Prozesses
– „Embodiment–Projection-Role” – ein theatertherapeutisches Entwicklungsmodell
– Narzissmus-Theorien Grundlagen der Theorie-Erarbeitung innerhalb der Weiterbildung
– Arbeitsstrukturen bilden: Regionalgruppenbildung, Referate, Hausaufgaben, Literaturliste

Modul 2, 11.11 – 15.11.2015
Körper als System, der „Mensch“ und größere Systeme als Organismus
– Erfahrung, Sensibilisierung und Bewusstwerden der Körperwahrnehmung, des Körperbewusstseins und der Körperintelligenz
– Körper und Stimme als Ausdruck und Resonanzorgan von psychischen und sozialen Prozessen
– das evolutionäre Körpergedächtnis
– Sensibilisierung für das Zusammenspiel persönlicher, archetypischer/kollektiver und kultureller Themen- was wirkt im Verborgenen?
– Konzepte offener Systeme, Selbstregulierung und Steuerung, angewandte Evolutionstheorie bei der Organisations- und Teamentwicklung, bei Innovationsprozessen und Visionssuche

Modul 3, 12.01 – 17.01.2016
Individualentwicklung: Das Individuum als System und Teil von Systemen
– Das biographische Gedächtnis, das evolutionäre Gedächtnis
– der Körper als Schnittstelle
– Spiel-Entwicklung, Bindungsentwicklung, Entwicklungsphasen
– Theorie zu Übertragung/Gegenübertragung
– Resonanzphänomene in der Therapie

Modul 4, 16.03. – 20.03.2016
Soziale Rollen in Systemen
– Gruppenimprovisation, Erfahrungen mit verschiedenen Gruppenstrukturen
– Gruppendynamik, Theorien und Prozesse
– Situations-/Prozessanalyse und das Feedbackprinzip
– Konfliktmanagement in Gruppen, Systemen und Organisationen
– Arbeit mit Störungen und Potenzialen in Systemen
– Krankheiten und ihre Bedeutung in Systemen

Modul 5, 01.06. -05.06.2016
Sommerakademie: Der Körper in der Theatertherapie

2. Jahr: Theatertherapeutische Methoden in der Anwendung, Gestaltung und Steuerung von therapeutischen Prozessen.

Modul 6. 21.09. – 25.09.2016
Theatertherapeutische Methoden im Einsatz von Gruppen- und Einzeltherapie Arbeit mit Krankheitsbildern: Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen, Burnout
– Verkörperung von persönlichen/kollektiven Themen
– Lebens-/Überlebenskonzepte
– Theorie zu den Krankheitsbildern
– Übungen zur Eigenerfahrung im „Verkörpern“ der Krankheitsbilder
– Störungsspezifische Körper- und Rollenarbeit
– Das Prinzip der „ästhetischen Distanzierung“ in der theatertherapeutischen Arbeit

Modul 7, 09. – 13.11.2016
Anwendungsformen theatertherapeutischer Methoden für verschiedene Arbeitsfelder und Zielgruppen
Arbeit mit Krankheitsbildern: Trauma, Sucht, Psychosomatik
– Ressourcenarbeit mit Einzelnen und Gruppen
– Theatertherapeutischer Umgang mit biografischem Material, persönlicher/kollektiver Mythos
– Störungsspezifische Körper- und Rollenarbeit
– Theorie zu den Krankheitsbildern
– Phasenmodell des theatertherapeutischen Prozesses von Renée Emunah

Modul 8, 25. – 29.01.2017
Theatertherapeutische Methoden zur Gestaltung von Aufführungsprozessen
– die Bedeutung des Zuschauers
– Die Kunst der Verwandlung und Performance, künstlerische Gestaltung als Basis für Interventionsmöglichkeiten
– Der Aufführungsprozess als therapeutisches Instrument und das heilende Potenzial ästhetischer Prozesse
– Rollendifferenzierung und Rollenwechsel von KlientIn und TherapeutIn: Der/die TherapeutIn als RegisseurIn – der/die KlientIn als PerformerIn
– Sensibilisierung und Verfeinerung des persönlichen Zuganges zur Bewegung von Körper, Stimme, Gruppe und Themen im Raum
– Einsatz von Mythen und Metaphern („Der fremde Blick auf das Eigene“)
– Erweiterung des theatralen Handwerks
– Wahr-Nehmung: der Blick des Zuschauer und des Zeugen von außen
– Entwicklung von Inszenierungen aus dem gesellschaftlichen und/oder biographischen Kontext und Aufführung vor externem Publikum

Modul 9, 22. – 26.03.2017
„Der Baum des Lebens“: ein kreativer, sinnstiftender und spielerisch
„lustvoller“ Weg der Arbeit in der Organisations- und Personalentwicklung
Die Metapher des Lebensbaums
– als sinnfälliges Bild für die Analyse einer Organisation und zur Klärung individueller Ziele und Entwicklungspotentiale
– als zukunftsweisende Verbindung von innovativen Methoden der Unternehmensberatung mit künstlerischen Gestaltungsansätzen unter Einbezug der Systemtheorien und Erkenntnissen der modernen Gehirnforschung
– als ein Gang durch die individuelle Lernbiografie
– als Möglichkeit zur Arbeit an individuellen (Miss-)Erfolgsmustern, Neu-Entdecken persönlicher Potenziale und Stärken sowie die Lösung von Blockaden
– zur Entwicklung der eigenen Identität als TheatertherapeutIn
– zur Bewerbung/Präsentation als TheatertherapeutIn
– Einführung des aktiven Bewerbungsprozesses
– Definition von Arbeitsfeldern, Entwicklung von Projektideen und Zukunfts-Strategien

Modul 10, 14.- 18.06.2017,
Sommerakademie: Rollen in Theater und Therapie

3. Jahr: Berufliche Praxis und Gestaltung
In der Anwendungsphase im dritten Jahr der Ausbildung werden die gelernten Methoden unter supervisorischer Begleitung in einem Praxisfeld erprobt. Die entsprechenden Module sind in Theorie und Praxis auf die Anwendung zugeschnitten.
In allen Modulen wird mit Assessmentstrukturen gearbeitet.

Modul 11, 27.09. – 01.10.2017
Rolle des Therapeuten: Entwicklung der eigenen theatertherapeutischen Grundhaltung
– Therapeutische Leitungs- und Interventionsstile
– leading and pacing, therapeutisches Haltungskreuz
– Übertragung und Gegenübertragung
– Menschenbild und Heilungsmodelle, Arbeit an individuellen Übertragungsmustern
– therapeutische Prozesse in der Arbeit mit sozialen Systemen
– Gesprächsführung in der Theatertherapie und Vertiefen von nonverbalen Interventionsstrategien

Modul 12, 06. – 10.12.2017
Die theatertherapeutische Prozessgestaltung
– Anwendung theatertherapeutischer Methoden und Techniken zur Gestaltung des therapeutischen Prozesses
– Prozess- versus produktorientiertes Projektmanagement in der Theatertherapie
– Die „Six Keys for Assessment“: Untersuchungsmethode für theatertherapeutische Prozesse von Susanna Penzik
– Gesprächsführung in der Theatertherapie
– Theatertherapeutische Theoriebildung und Forschung

Modul 13, 24. – 28.01.2018
Die Theatertherapeutische Prozessgestaltung – Vertiefung
– Die Rolle des Therapeuten in der praktischen Anwendung
– Verschiedene Modelle zur Reflexion therapeutischen Handelns
– Haltung und Beziehungsgestaltung in der systemorientierten Arbeit, Abschluss von therapeutischen Prozessen
– Begleitung von Projektgruppen sowie Einzelnen in Therapie- und Coaching-Prozessen
– Feedback, Reflexion und Auswertung
– Krisenintervention
– Analyse von Organisationsstrukturen, Gesellschaftsformen und funktionalen Rahmenbedingungen

Modul 14, 21. – 25.03.2018
Theatertherapie und künstlerische Methoden in Supervision und Coaching
– Störungen von Systemen: Wann ist ein System krank?
– Wechselwirkungen zwischen Individuum und System
– Was wirkt aus einem System auf die TherapeutIn?
– Einführung in Assessment-Verfahren für therapeutische Prozesse, Therapieplanung
– Anwendung therapeutischer Methoden in der Beratung in der Supervision, in Trainingsprozessen sowie im Coaching

Modul 15, 05. – 10.06.2018
Sommerakademie 2018: Biografisches Arbeiten in der Theatertherapie
Internationales Symposion an der Akademie Remscheid mit Vorträgen, Arbeitsgruppen und Workshops zu o. g. Thema

Modul 16, 12. – 16.09.2018
Supervision: die Entwicklung der Identität als Theatertherapeut/In
– Die Rolle des Therapeuten in der praktischen Anwendung
– Bilanzierung der eigenen theatertherapeutischen Identitätsfindung, der praktischen Erfahrungen und beruflichen Möglichkeiten
– Verschiedene Modelle zur Reflexion therapeutischen Handelns
– Haltung und Beziehungsgestaltung in der systemorientierten Arbeit, Abschluss von therapeutischen Prozessen

Modul 17, 28.11. – 02.12.2018
Abschlusskolloquium
Beim Abschlusskolloquium zeigen die TeilnehmerInnen einen zwanzig- bis dreißigminütigen Ausschnitt aus der theatertherapeutischen Arbeit in ihrem Praxisfeld und reflektieren diese in einem anschließenden Gespräch mit Blick auf die therapeutische Prozessgestaltung sowie auf den theoretischen Hintergrund.

Gesamtleitung: Wilhelm Seidel, Daniela Debald

Kosten
2.500 € pro Jahr (ohne Supervision, Sonderseminare, Unterkunft und Verpflegung), zahlbar in monatlichen Raten. Zulassungsseminar: 180 €.

Information und Anmeldung
IAF – Institut für Angewandte Forschung, Entwicklung und Weiterbildung
Karlstraße 63, 79104 Freiburg
Telefon: 0761 200-1451
FAX: 0761 200-1496
E-Mail: claudia.kreutner@kh-freiburg.de
www.kh-freiburg.de
Zu inhaltlichen Fragen:
Wilhelm Seidel, Tel. 07141 125 560, Mobil: 0173 9220234
E-Mail: wilhelm.seidel@dgft.de
www.dgft.de